Stiftung Entschlossene Kirchen c/o Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Stiftung zur Erhaltung der Dorfkirchen im Kirchenkreis Zerbst
Schlegelstraße 1
53113 Bonn
Telefon 0228 / 9091-212, vor Ort: 039248 / 7300

Stiftung zum Erhalt der Dorfkirchen im Kirchenkreis Zerbst

Sortiert nach:
 Orten 

Grimme - St. Johannis

Geschichte

Die St.-Johannis-Kirche ist eine typische Dorfkirche in romanischer Staffelung, in welche die Bewohner in unruhigen Zeiten flüchten konnten, da dieses Gebäude früher der einzige Steinbau im Ort war. Der 28 Meter hohe, mächtige Turm, ein Querriegel mit steilem Walmdach wurde im Jahr 1958 nach seinem teilweisen Einsturz zwei Jahre zuvor restauriert, wobei die Schallöffnungen auch wieder die Rundbogenform erhielten.

In der Zeit zwischen 1705 bis 1720 fanden umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Kirche statt, deren Anlass der schlechte Zustand des Daches war. In diesem Zusammenhang bekam die Kirche auch größere Fenster. Einige romanische Fenster an der Nord- und Südseite sind in ihren Konturen noch gut zu erkennen. Aus dieser Zeit stammt auch die Inneneinrichtung. Die Bänke sind noch mit den Namen der damals wohnberechtigten Bürger versehen. Der prächtige Altaraufsatz von 1718 mit den Doppelsäulen an den Seiten hat die typische Aufteilung: Eine bildliche Darstellung des Abendmahls ziert die Predella, die Kreuzigung das Altarblatt, die Auferstehung den Giebel.

Die Kanzel auf gewundener Säule hat in den Feldern ebenfalls Gemälde, die die Evangelisten und an der Kanzeltür die Apostel Petrus und Paulus bedeuten sollen. Bei Restaurierungsarbeiten in den Jahren 1933 und 1936 sind in der Apsis Fresken freigelegt worden. Sie stellen die Evangelisten und das jüngste Gericht dar. An der Wand des Altarraumes sind erhalten gebliebene Fußbodenplatten eingelassen, sie tragen die Jahreszahlen 1587 und 1609 und zeigen, dass es Grabplatten waren. Zwei Buntglasfenster geben Luther (ohne Antlitz) und Melanchthon wieder. Ein Epitaph für Wolf Adam von Wallwitz, einem der Patrone von Grimme, ist an der Südwand des Chorraumes angebracht.

Den Eingang in die Kirche auf der Westseite des Turmes erreicht man auf einem Weg. der von Eichen gesäumt ist. Der neue Eingangsbereich entstand bei den Renovierungsarbeiten in den 1930er Jahren. Im Vorraum sind zwei Steine eingelassen. die vorher am Kircheneingang lagen. Es sind die sogenannten Rittersteine. Sie wurden möglicherweise von den ansässigen Rittern benutzt, um die Schwerter symbolisch abzustumpfen. da das Waffentragen in der Kirche verboten war (und noch ist). Ein Ritter ohne Waffen war nicht denkbar. aber mit dieser Zeremonie konnte das Verbot umgangen werden. Die Bronzeglocke ist vermutlich aus dem 14. Jahrhundert.

Besonderheiten

Der prächtige Altaraufsatz der Kirche stammt aus dem Jahr 1718 und weist mit den Doppelsäulen an den Seiten eine gängige Aufteilung auf: Eine bildliche Darstellung des Abendmahls ziert die Pedrella, die Kreuzigung das Altarblatt, die Auferstehung den Giebel.

Zustand

Ortsgeschichte

Grimme ist eine alte Siedlung, die 1326 und 1356 schon als Grymme erwähnt wird. Die romanische Feldsteinkirche deutet aber darauf hin, dass der Ort älter ist.  

Kontakt

Annemarie Reimann, Hubertusstr. 6, 39264 Grimme, Tel 039248-7344 

Bild
St. Johannis Grimme 
Ort:
Grimme
Kirchweihe:
14. Jahrhundert 
Baustil:
Romanik 
Bild
Altar der Dorfkirche Grimme 

Lage von Grimme innerhalb des Kirchenkreises Zerbst.
Karte vergrößern
Lage von Grimme innerhalb des Kirchenkreises Zerbst.
Klicken Sie auf das Lupensymbol, um die Karte zu vergrößern.
Stiftung Entschlossene Kirchen c/o Deutsche Stiftung Denkmalschutz •
Schlegelstraße 1 • 53113 Bonn • Telefon: 0228 / 9091-212, vor Ort: 039248 / 7300