Stiftung Entschlossene Kirchen c/o Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Stiftung zur Erhaltung der Dorfkirchen im Kirchenkreis Zerbst
Schlegelstraße 1
53113 Bonn
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Stiftung zum Erhalt der Dorfkirchen im Kirchenkreis Zerbst

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Klieken - Patronatskirche

Geschichte

Eine Kapelle, die an gleicher Stelle wie die jetzige Kirche stand, zerstörte 1504 ein Brand. Im 17. Jahrhundert entstand dann der Fachwerkbau mit langem südlichen Querschiff. Durch eine Stiftung der Gutsherren von Lattorf konnte die Kirche 1784 einen neuen Turm bekommen. Sein Aufbau ist etwas Besonderes und weist auf großes Können damaliger Zimmerleute hin. Durch diese Turmkonstruktion wirkt die Kirche überaus eindrucksvoll. In der Zeit zwischen 1850 und 1900 baute man das nördliche Querschiff an, so dass die Kirche dadurch die Form eines Kreuzes erhielt. An diesem Querhausarm stehen fünf Epitaphe, auf dem Friedhof (Ostseite) ein Grabstein von Angehörigen der ehemaligen Gutsbesitzerfamilien.

Die Inneneinrichtung ist aus der Erbauungszeit in der entsprechenden farblichen Gestaltung, weiß mit Gold abgesetzt. Die Kassettendecke, die im Schiff tiefer hängt als diejenige im Altarraum, ist mit Wolken bemalt, die eventuell Buchstaben darstellen. Um 1700 entstand das Ölgemälde mit der Kreuzabnahme Christi.

Eine Kostbarkeit ist der Altar von Lucas Cranach dem Älteren (Anfang 16. Jh.), der als Geschenk der Kommende Buro seit 1697 in der Kirche steht. Die Altarflügel wurden 1980 geraubt, 2007 in einem Bamberger Antiquariat wiederentdeckt und konnten 2013 in die Kirche zurückkehren. Auf den Flügeln des Altars sind die Verkündigung an Maria, die Geburt Mariä sowie Anna und Joachim unter der Goldenen Pforte dargestellt. Die Schnitzfigur im Altarschrein zeigt die Muttergottes mit dem Jesuskind.

Der Taufstein mit Inschrift und Wappen stammt aus dem 18. Jahrhundert. An der Innenwand des nördlichen Kreuzarmes stehen verschiedene barocke Epitaphe. Besonders erwähnenswert sind zwei Steinporträts von 1710 und 1716. Außerdem befinden sich in den Kreuzarmen die ehemaligen Patronatslogen und Särge früherer Gutsherren.

Die Sakramentsnische ist ebenfalls beachtenswert. Ein Balken wurde von Hand behauen, um die Öffnung zu erhalten. Die Kerben von der Bearbeitung sind gut zu erkennen. Die Orgel, die hinter dem Altar auf der Empore steht, ist ein Werk aus dem 18. Jahrhundert vom Orgelbauer Zuberbier. Sie blieb zu etwa 95 Prozent in ihren Originalteilen erhalten und wurde 1994 restauriert.

Die beiden Bronzeglocken goss Heinrich Borstelmann, Magdeburg, im Jahr 1590.

Besonderheiten

Auffällig sind die eindrucksvolle Turmkonstruktion der Kirche sowie die barocken Epitaphe und Patronatslogen. Der geraubt und zurückgekehrte Altar stammt von Lucas Cranach dem Älteren. Neben der Kirche befindet sich eine Radfahrerkapelle.

Zustand

Mit der Neueindeckung des Kirchenschiffes wurde Ende 2000/Anfang 2001 eine grundlegende Reparatur des Dachstuhls und im Nachgang mit der Sanierung am Turmdaches eine umfangreiche Fachwerksanierung am Turm durchgeführt.

Ortsgeschichte

Ein Ort Kliken wird urkundlich 1200/1201 im Zusammenhang mit der Kirche in Wörlitz erwähnt. Dabei soll es sich aber um einen anderen Ort handeln. Als gesichert angegeben ist jedenfalls die Nennung des Dorfes im Jahr 1324, als zwei Fürsten von Anhalt dem Deutschen Orden zu Buro zwei Dörfer als Entschädigung für von ihnen begangene Raubzüge überschreiben, darunter ist Cleken.

Die Gemeinde Klieken liegt am Rande der Kliekener Aue, einem flachen Ufergebiet, das von einer nach Süden ausladenden Elbeschlinge begrenzt wird. Die Städte Roßlau (Elbe) und Coswig (Anhalt) befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft Kliekens. Zu Klieken gehören die Ortsteile Buro, Schlangengrube und Werder. 

Veranstaltungen

In den Sommermonaten findet der Gottesdienst hier im Wechsel mit den anderen Kirchen der Evangelischen Hoffnungsgemeinde statt. Daneben gibt es im Frühjahr und im Herbst Konzerte verschiedener Künstler. Im Jahr 2015 ist die Patronatskirche Teil des Korrespondenzprojektes "Cranach-Kirche in der Region" im Rahmen der Landesausstellung "Cranach der Jüngere". 

Kontakt

Pfarramt Zieko, 034903 / 62645 - Kirche bis 31.10.2015 täglich von 11.00 - 17.00 Uhr geöffnet, Radfahrerkapelle in der Saison rund um die Uhr. 

Bild
Patronatskirche Klieken, Kirchturm 
Ort:
Klieken
Kirchweihe:
17. Jahrhundert 
Baustil:
Barock 
Bild
Patronatskirche Klieken 

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